Ja, das ist möglich, aber es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen „echter“ KI-Software und Standard-Chatbots.
Hier ist der aktuelle Stand (2026):
Es gibt KI-Plattformen, die eigens dafür trainiert wurden, historische Handschriften wie Kurrent, Sütterlin oder Fraktur zu entziffern. Das bekannteste Tool ist Transkribus.
Wie es funktioniert: Sie laden ein Foto des Dokuments hoch. Die KI wurde mit Millionen von Wörtern aus alten Archiven trainiert und erkennt selbst individuelle Handschriften erstaunlich präzise.
Vorteil: Es erkennt auch „schwierige“ Schreiber und kann sogar darauf trainiert werden, die spezifische Handschrift Ihrer Urgroßmutter zu lernen.
Ergebnis: Sie erhalten eine Transkription (Übertragung in moderne Druckschrift). Eine Übersetzung von Altdeutsch in modernes Deutsch oder Englisch kann danach erfolgen.
Standard-Modelle haben in den letzten Jahren zwar enorme Fortschritte gemacht, stoßen bei Kurrent aber oft an Grenzen.
Das Problem: Chatbots neigen dazu, zu „raten“. Wenn sie ein Wort nicht lesen können, erfinden sie oft einen Satz, der zwar logisch klingt, aber nicht im Original steht.
Wann es klappt: Bei sehr sauber geschriebener Kurrentschrift können moderne Modelle den Inhalt oft sinngemäß erfassen. Als exakte Abschrift für die Familienforschung sind sie jedoch oft noch zu ungenau.
Wenn Sie ein altes Dokument entziffern lassen wollen:
Gutes Foto: Achten Sie auf hohe Auflösung, gute Beleuchtung und flache Ausrichtung.
Kontext geben: Sagen Sie der KI (oder der Software), um was für ein Dokument es sich handelt (z.B. „Ein Feldpostbrief von 1915“).
Gegenprüfen: Verlassen Sie sich nie zu 100 % auf die KI, besonders bei Namen von Personen oder Orten.